Movies - Casanova - Synopsis   



















































Dr. RICHARD BLANK
CASANOVA - DAS GEHEIMNIS SEINES ERFOLGES

Am 26. Juli 1755 wird Casanova in Venedig gefangen genommen und in eine Zelle unter den Bleidächern des Dogenpalastes gesperrt. Der Grund seiner Haft bleibt im Dunkeln. Keine Anklageschrift, kein Prozess, das heißt: der Tod in dem schrecklichen Gefängnis scheint unabwendbar.
In seinen Memoiren taucht "Gefangenschaft" auch als inneres Motiv seines Lebens auf. Es ist die Gefangenschaft in der ihm unerträglichen Gleichförmigkeit des Alltags, die zum Motor wird für seine Abenteuerlust, seine Lebensfreude, seinen Eros.
Im Dunkel der Depression taucht ein Ziel auf, die Welt erscheint in neuem Licht: er unternimmt eine Reise, schreibt ein Drama, 1öst ein mathematisches Problem, besucht die Philosophen seiner Epoche, erfindet die französische Staatslotterie oder folgt einer Frau, folgt ihr überallhin, oft monatelang, bis er sie besitzt. Und nach allen Abenteuern wieder die Depression und wieder das Abenteuer. Dabei ist er kein Don Juan. Was die Frauen betrifft, ist er in Wahrheit auf der Suche nach seiner Liebe, an die er auf fast romantische Weise glaubt.

Der Film zeigt Casanova im Gefängnis. In der Ausweglosigkeit seiner Lage beginnt er, sich zu erinnern und sich in die Zukunft davonzuträumen. In seinem Kopf ein Ballsaal, Ausgangspunkt aller Abenteuer. Und mit den Erinnerungen und Träumen kehrt die Hoffnung zurück.
Er beginnt, den Boden der Zelle zu bearbeiten und endlich, nach einem Jahr, ist die Flucht möglich. Er hat sich mit dem Wärter Lorenzo angefreundet, ihn immer wieder getäuscht und ihn auf spannende und komische Weise zum unwissentlichen Helfer seiner Flucht gemacht. Noch einmal brechen die Bilder des Ballsaals, Bilder festlichen Rokokos, Bilder des öffentlichen Erfolgs und der Liebe herein, dann... Zwei Tage vor der Flucht verkündet der Wärter ihm strahlend, daß er in eine andere, bessere Zelle verlegt wird.

Jetzt erst entdeckt der Wärter Casanovas Fluchtweg. Er sieht seine Freundschaft mißbraucht und bewacht Casanova nun mit aller Strenge. Wieder Aussichtslosigkeit und Todesnähe. Und wieder bringen ihn die Bilder von Freiheit, Abenteuer und Eros zu der geradezu wahnwitzigen Idee, mit der Hilfe eines dicken Mönches, der in der Nachbarzelle haust, zu fliehen.
Am frühen Morgen des 1. November 1756 öffnet Casanova ein Stück Bleidach und steigt mit Balbi, dem Mönch, über das glitschige Dach, rutscht ab bis zur Regenrinne, hangelt sich wieder hoch und gelangt mit dem Mönch durch eine Luke in den Dogenpalast und von da ins Freie.
Nie vorher und nie danach ist einem die Flucht aus dem venezianischen Gefängnis gelungen. Casanova wurde durch seine Flucht aus den Bleikammern ein berühmter Mann und hatte Zugang zu sämtlichen Höfen Europas, wo der als Diplomat und homme de lettres ein erfolgreiches Leben führte. Alle bisherigen Casanova-Filme bringen einzelne Episoden, Abschnitte seines Lebens. Hier wird die spannende Geschichte seiner Gefangenschaft und Flucht zum Zentrum der Handlung, zum Spiegel seiner Existenz.